Oriana Fallaci, Italien und der Islam
Tuesday, May 30th, 2006
In einem jetzt im New Yorker erschienenen Interview, holt Oriana Fallaci zu einem Rundumschlag aus. Immerhin ist der Artikel mit dem Titel «The Agitator» ganze zehn Seiten lang. Die Journalistin Margaret Talbot, scheint sich mit Oriana Fallaci bestens verstanden zu haben, wenn diese von ihrer Kindheit in Florenz oder Interviews mit Henry Kissinger oder Khomeini erzählt. Silvio Berlusconi und Romano Prodi nennt die Fallaci "two fucking idiots", selbstredend hat sie keinen der beiden gewählt. Als Journalistin war sie schon immer für ihre Provokationen bekannt. So verwundert es nicht, dass sie jetzt im hohen Alter von immerhin 77 Jahren, da noch einiges hinzufügt. Was gar den Bau eines islamischen Zentrums und einer Moschee in Colle Val d’Elsa betrifft, da sei die alte Widerstandskämpferin und potentielle Bombenlegerin vor: “If I’m alive, I will go to my friends in Carrara—you know, where there is the marble. They are all anarchists. With them, I take the explosives. I make you juuump in the air. I blow it up! With the anarchists of Carrara. I do not want to see this mosque—it’s very near my house in Tuscany. I do not want to see a twenty-four-metre minaret in the landscape of Giotto. When I cannot even wear a cross or carry a Bible in their country! So I BLOW IT UP! ” Wer arriviert wie sie, ein Haus an der Upper East Side von Manhattan bewohnt, dazuhin noch ein Apartment in Florenz und einen Landsitz in der Toskana sein eigen nennt, kann sich solch pointierte und überzogene Standpunkte leisten. Auf billige Art und Weise werden von ihr Vorurteile bedient, Mexikaner und vor allem Muslime, kommen bei ihr verdammt schlecht weg: “Look at the Muslims: in Europe they go on with their chadors and their burkas and their djellabahs. They go on with the habits preached by the Koran, they go on with mistreating their wives and daughters. They refuse our culture, in short, and try to impose their culture, or so-called culture, on us. . . . I reject them, and this is not only my duty toward my culture. Toward my values, my principles, my civilization. It is not only my duty toward my Christian roots. It is my duty toward freedom and toward the freedom fighter I am since I was a little girl fighting as a partisan against Nazi-Fascism. Islamism is the new Nazi-Fascism. With Nazi-Fascism, no compromise is possible. No hypocritical tolerance. And those who do not understand this simple reality are feeding the suicide of the West.” Bei ihrem Kreuzzug gegen den Islam (speziell in Italien), könnte man ihr Xenophobie vorwerfen oder ihr zumindest den Rat geben, einen kurzen Blick auf die Statistik und die Ausländische Bevölkerung in den EU-Mitgliedstaaten, 1990 und 2004 zu werfen. Die Zahlen für Ausländer in Italien, sind im Vergleich zur Situation in vielen anderen Ländern der europäischen Union verhältnismässig niedrig. Ansonsten ist das Interview, unterbrochen vom Temperament Oriana Fallacis "Mamma Mia! Mamma Mia!" und einem Ausflug in die Küche zu Cotechino, Polenta, Champagner und Dessert, durchaus unterhaltsam und lesenswert.
Cesena ist nicht nur ein Schild an der Autobahn A14 Richtung Rimini oder Ancona. An der alten Heer- und Handelsstrasse, der Via Emilia gelegen, gab es ungefähr alle 30km wichtige Militärstützpunkte. Bezeichnenderweise war La Curva, der Haken den die Via Emilia im Stadtgebiet schlägt, lange Zeit der Namen, den die Einheimischen für ihre Stadt benutzten. Bestimmend für das Stadtbild Cesenas und von weithin sichtbar, ist der Rocca Malatestiana. Die Stadt und die Burg hatten ihre Blütezeit unter den Malatesta, einer der bekanntesten Herrscherfamilien, die im Mittelalter, bekannt wie die Medici, weite Landstriche in der Emilia-Romagna und den Marchen unter ihrer Fuchtel hatten. Mit Galeotto Malatesta, übernahm ein Mitglied dieser Familie im Jahre 1377 die Macht. Zur Burg und dem danebenliegenden Park, gelangt man über eine lange, beeindruckende Reittreppe, an deren oberem Ende, die Piazza
Zangheri liegt. Da ich vorgestern nur für ein paar Stunden in Cesena war, hat es für einen Besuch der Burg nicht gereicht, dazu waren es noch über 30° im Schatten. Deswegen habe ich mir den Aufstieg erspart und bin so durch die Stadt geschlendert, kurz zum Barbiere, ein neuer Haarschnitt, danach ein Espresso auf der wunderschönen Piazza del Popolo. Auf der Piazza (an jedem Mittwoch und Samstag findet ein Wochenmarkt statt), steht seit 1591 die Fontana Masini, ein herrlicher Springbrunnen, für den seinerzeit sogar extra Marmor aus Istrien angeschleppt wurde. Offensichtlich hatten die Bewohner gehörigen Respekt vor Vandalismus. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass der Brunnen bis 1925 nur hinter schmiedeeisernen Gittern zu bestaunen war. Auf der rechten Längsfront des Marktplatzes stehen einige schöne, restaurierte Bürgerhäuser, verspielt, fast schon im Zuckerbäckerstil, mit dezenten Gipsfresken versehen und auch die eine oder andere aufgesetzte Stockwerksatrappe, potemkinsche Fassaden um das Stadtbild nicht zu stören. Keine 5 Minuten weiter steht der sehenswerte Dom (Duomo
di San Giovanni Battista). Mit dem Bau wurde um 1385 begonnen, der wunderschöne Turm beispielsweise wurde erst um 1450 errichtet. Die baulichen Änderungen zogen sich über Jahrhunderte hin. Immer wieder wurde eine neue Kapelle oder ein neuer Altar hinzugefügt. Es lassen sich bei einem Besuch des Gotteshauses viele Stilelemente finden (von der Früh-Renaissance, über den Barock, bis zur Neo-Gotik), die all die Baumeister zu verschiedenen Zeiten bei ihren Arbeiten wechselseitig beeinflussten. Weil gerade ein Gottesdienst stattfand, konnte ich innen keine Fotos machen. Was ansonsten auffällt, ist das bei diesem fast schlicht wirkenden Sakralbau, der weit verbreitete rote Backstein der Emilia-Romagna zum Einsatz kam. Eines der schönsten Zeugnisse für den Einsatz dieses Baumaterials, findet sich an der Barriera Cavour. Bis 1861 mit der Eisenbahn sozusagen der Fortschritt nach Italien und nach Cesena kam, stand hier La Porta Cervese, ein altes Stadttor, welches abgerissen und an dessen Stelle der neue Bahnhof gebaut wurde. Dieser bestand vor allem aus
zwei sich gegenüberliegenden, grossen Wartehallen, gebaut mit eben diesem Backstein und versehen mit dezenten Einsätzen aus Marmor als Dekoration. Heute bildet dieses Ensemble den Haupteingang zum historischen Zentrum der Stadt. Es befinden sich darin unter anderem ein Cafe, ein Zeitschriftenkiosk und mehrere kleine Geschäfte. Weil in der Altstadt chronischer Mangel an Parkplätzen herrscht, wurde zwischenzeitlich darunter ein hochmodernes Parkhaus errichtet, aus dem die Autos per Aufzug herausbefördert werden. Schlendert man weiter, stösst man abseits der Via Battista einer der Haupteinkaufsstrassen von Cesena, auf verkehrsberuhigte Strassen, in denen die Zeit stillgestanden zu haben scheint. Zu
bestaunen sind wunderschöne, klassische Bürgerhäuser, zarte Gelb- und Ockertöne wechseln sich ab. Gebaut wurde 9 Meter hoch, wegen des begrenzten Raumangebotes in der Altstadt, hat es seinerzeit für die eigentlich vorgeschriebenen 9 Meter Breite der Strasse an manchen Stellen nicht ganz gereicht. Völlig unverhofft bin ich am Ende dieser Strasse auf das Stadttheater gestossen. Das jetzige Teatro A. Bonci wurde 1843 erbaut und erhielt erst später den Namen "Alessandro Bonci", nach dem berühmten in Cesena geborenen Tenor. Zuguterletzt ein Rat an alle Sommer- und Winterurlauber: da Cesena nur unglaubliche 12 km Luftlinie vom Meer entfernt ist, egal ob man sich für die schön erhaltene und
gut restaurierte Altstadt interessiert und zum Einkaufen und gemütlichen Bummeln hierherkommt, es besteht die Möglichkeit eine der vielen Theateraufführungen zu besuchen. Die Geschichte des Teatro Alessandro Bonci, eine Übersicht über die kulturellen Veranstalltungen, sowie das Programm der laufenden Saison, findet sich
Der Giro d’italia ist bei uns in der Gegend praktisch das ganze Jahr Dauerzustand. Auf allen Strassen rund um San Marino, muss jeder Autofahrer höllisch aufpassen, kein Fahrrad mit oder ohne Fahrer, mal so einfach in den Strassengraben zu befördern. Marco Pantani hat hier wirklich seine Spuren hinterlassen. Seit am letzten Samstag der Giro Cesena passierte und weiter durch die Emilia-Romagna Richtung Marchen zog (Civitanova wurde am Sonntag passiert) ist das Fahhradfieber auf jeden Fall auf seinem Höhepunkt. Jan Ullrich hat das Zeitfahren gewonnen, was solls, wenn es weiterhin mit seiner Diät klappt, kann es ja noch was werden. Sowieso ist mir der Typ schnurzegal. Wer sich für den 






Vom 11. bis zum 14. Mai findet die 24. Mille-Miglia, das legendäre, historische Autorennen über 1000 Meilen statt. An dem 1600
Kilometer-Rennen, Brescia-Rom hin und zurück, beteiligen sich dieses Jahr 375 Oldtimer aus 30 Ländern und 57 Automarken. Einzige Bedingung, das jeweilge Modell muss an einem der 24 Rennen, die zwischen 1927 und 1957 stattfanden, teilgenommen haben. Neben vielen Fahrzeugen der Marke Maserati, Alfa Romeo, Aston Martin, Bugatti, Lancia, BMW, treten dieses Jahr 40 Ferrari an. Schon traurig, dass der mythenumwobene Mercedes 300 SLR, auch bekannt unter seiner alten Startnummer 722, nicht teilnimmt. Das Werks-Museum hat ihn für das Rennen nicht mehr freigegeben. Unter den Teilnehmern stechen der Ex-Formel-1-Pilot Jackie Ickx und der Rally-Champion Miki Biasion hervor. Trotz seines schweren Unfalls, bei dem er beide Beine verlor, wird die Teilnahme von Alex Zanardi und seinem BMW erwartet. Fehlen werden auch nicht, so illustre Namen
wie Prinz Leopold von Bayern oder Carlo di Borbone. Wie Sie auf der Karte oben sehen, liegen viele der bekanntesten Städte Italiens, darunter Verona, Ferrara, Ravenna, Gubbio, Sienna und Florenz, auf der
Strecke. Auf jeden Fall ist sichergestellt, dass auch die kunstsinnigen Beifahrer/innen auf ihre Kosten kommen, wenn sie sich nur oft genug den Hals verrenken. Ansonsten, führt das Rennen auch durch weniger bekannte, nicht weniger spektakuläre, eindrucksvolle Gegenden, in die sich nicht jeder Italienurlauber, so ohne weiteres verirrt. Nach der Abfahrt von San Marino, wo die Fahrer wie sonst überall mit grossem Tamtam empfangen werden, geht es auf kurvenreichen Strassen weiter, durch den Montefeltro bis nach Urbino, meiner Lieblingsstrecke. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen ein paar schöne Bilder zu machen.
Für alle Italien-Fans und Freunde der italienischen Sprache, der neue Thesaurus, TLIO - Il Tesoro della Lingua Italiana delle Origine, bietet einen kostenlosen online-Zugang zu seinem Datenbestand an. Wenn Sie sich für Sprachgeschichte interessieren und schon immer mehr, über die Herkunft des einen oder anderen italienischen Wortes wissen wollten, werden Sie hier sicherlich fündig. Die online-Datenbank, des 


