Italien-Australien der Nachschlag!
Friday, June 30th, 2006Speziell für die ewig nörgelnden Kritiker der Squadra Azzurra, ein Fernsehreporter aus China der sich bei der Elfmeter-Szene der italienischen Nationalelf vor Begeisterung fast überschlägt
"E’ entrato nell’area di rigore. Passa a Iaquinta! È rigore! È rigore! È rigore! Grosso è grande! Grosso è grande! Non hanno più chance gli australiani!! E’ davvero un gran terzino. Lui è un vero italiano, ha il vero spirito da italiano.Grosso ora rappresenta tutta l’Italia. Non combatte da solo, mai da solo! Tutta l’Italia è con lui! Ora tocca a Totti tirare il rigore. Tutti i tifosi italiani lo guardano. Totti sa benissimo che Schwarzer nei playoff ha già parato 2 volte i calci di rigore e Totti riesce anche a sorridere. Che reazione avrà subito dopo Totti?
È Goal!! La partita è finita! L’italia ha vinto la partita, eliminando l’australia. questa volta l’Italia non ha perso la partita contro una squadra guidata da Hidink. L’Italia è grande! L’Italia è grande. Oggi è il compleanno di Maldini, un grande terzino anche lui, fra i migliori del mondo. Auguri Maldini Grande Italia! viva l’Italia!!"
und Fernsehzuschauer in Italien reiben sich die Augen, von der Presse über RaiUno, wird an fast schon vergessen geglaubte Zeiten erinnert. Zwischenzeitlich wurde der Artikel entschärft, die Worte "parasitäre Lebensform" wurden entfernt und seit heute Morgen ist der Artikel wohl ganz von der Webseite des Spiegel verschwunden. Lesenswert, zwei der Artikel die ich in der italienischen Presselandschaft aufgestöbert habe, zum einen der
Vittorio Emmanuele, der Sohn des letzten italienischen Königs, ist am letzten Freitag verhaftet worden und sitzt im Knast. Seither, kommt die Staatsanwaltschaft von Potenza und ganz Italien nicht mehr aus dem Staunen heraus. Dem Prinzen werden Korruption, Fälschung, Ausbeutung von Prostituierten und dergleichen mehr vorgeworfen. Mit ihm wurden fast ein Dutzend Personen verhaftet, weitere stehen unter Hausarrest. Darunter Personen wie Roberto Salmoiraghi der Bürgermeister von Campione d’Italia, der italienischen Enklave am Luganersee oder Salvo Sottile der Sprecher von Gianfranco Fini, dem letzten Aussenminister
und Vize-Premierminister unter der Regierung Berlusconi. Sottile wurde gerade wegen seiner Kontakte zu einem in Italien bekannten Showgirl, Elisabetta Gregoraci vernommen, die pikannterweise die Verlobte von Flavio Briatore ist. Der Vorwurf an ihn lautet, Amtsmissbrauch, Erpressung sexueller Gefälligkeiten und das ganze direkt in der Farnesina, dem Außenministerium. Natürlich streitet er alles ab und die Gregoraci behauptet, sie sei zum Sex gezwungen worden. So weit so gut. Eine der Damen aus dem Rotlichtmillieu, in welches sich der Prinz hingegen des öfteren verirrte, gab auf die Frage nach dem Klingelton des Handy des Prinzen zu Protokoll >Die Nationalhymne, kaum zu glauben<. Eben ein wahrer Patriot. Ci siamo in Italia!
In diesen ersten Sommertagen leben alte Gewohnheiten auf. Riten, Volksbräuche, Sonnenwendfeiern "celebrazioni solstiziali", Italien ist noch immer reich daran. Das ganze gipfelt in der Johannisnacht, "


Das internationale Keramikmuseum in Faenza, erweitert sein Programm um drei neue permanente Ausstellungen, die ab dem 16. Juni dem Publikum präsentiert werden. Die Dauerausstellungen sind der Geschichte der Keramik und ihrer Herstellung in den letzten einhundert Jahren gewidmet, aufgeteilt in die Keramik aus Faenza, aus Italien und aus dem restlichen Europa. Der erste Abschnitt bietet mit fast 160 verschiedenen Arbeiten, einen Überblick über die Keramikherstellung in Faenza. Im zweiten Abschnitt, haben Besucher die Gelegenheit, knapp 180 Keramiken des 20. Jahrhunderts aus ganz Italien, zu bewundern. Ein Highlight dürfte der dritte Abschnitt sein, gewidmet der Keramik europäischer Provinienz. Gezeigt wird die einmalige Art Nouveau-Sammlung des Keramikmuseums Faenza, bestehend aus 120 Keramiken. Darunter sind wunderschöne Einzelstücke von Villeroy & Boche, Fernand Leger, Henry Matisse, Marc Chagall und Schenkungen ans Museum von Pablo Picasso.
Auch und vor allem in Italien, bringen schwarze Katzen Pech und vierblättrige Kleeblätter manchmal Glück. Überhaupt ist alles Übersinnliche, der Aberglaube, die schwarze Magie und der Glaube ans Horoskop allgegenwärtig. Wer davon am meisten profitiert, ist die Glückspielindustrie. Viele Italiener sind nachgerade spielsüchtig und die Umsätze im staatlichen Lotto, erklimmen von Jahr zu Jahr neue Höchststände. Sebstredend hat jeder seine Glückszahlen und daneben "Unglückszahlen", auf die auf keinen Fall gesetzt wird. Zu diesem fortwährenden Hype an Nonsense tragen auch die italienischen Medien bei. Amüsant zu sehen, dass die Nachrichtenagentur Ansa und der Corriere della Sera zum heutigen Tag mit eigenen Artikeln aufwarten. Den 6.6. 2006 gibt es nur einmal und er ist schon morgen Geschichte. Was lässt sich da nicht alles an Blödsinn zusammenschreiben. 

