Grüsse aus Sizilien per Mafia-T-shirt

Es laufen keine Bären, wie der leider schon in den ewigen Jagdgründen weilende Bruno durch Sizilien. Trotzdem hat Palermo sein kleines Sommertheater. In den Geschäften der Stadt (netterweise heisst die Ladenkette auch noch Prima Visione), werden seit Mai diesen Jahres für bis zu 32 euro, sehr spezielle T-shirts mit der Aufschrift Mafia made in Italy verkauft. Der Umsatz stimmt, laut einem der Geschäftsinhaber, gehen gut und gerne mehr als 10 dieser T-shirts pro Tag über seinen Ladentisch. In der Zwischenzeit haben sich die Nachrichtenagenturen diese Themas angenommen und La Repubblica hat einen entrüsteten Artikel verfasst. Schande über Sizilien, das T-shirt mit der Mafia-Aufschrift ist Teil einer kleinen Serie. Corleone die alte Mafia-Hochburg ist nicht weit, geschäftstüchtig wie die Leute nun mal sind, gibt es auch noch T-shirts von "Al Capone" bis zu den Familienmitgliedern des "Paten" (Il padrino) im Angebot. Die T-shirts werden vor allem von Touristen gekauft. Möglicherweise ist der Boom von kurzer Dauer. Es formiert sich Widerstand, so fordert der oberste Mafiajäger Siziliens, Pietro Grasso, die T-shirts vom Markt zu nehmen: "Forse sarebbe bene togliere dal mercato queste magliette. Anziché pubblicizzare boss o gangster o stampare la parola mafia sulle magliette, sarebbe meglio rilanciare sulle t-shirt le tradizioni culturali della nostra città o le bellezze naturali della nostra Isola, così come fanno le università di Oxford o di Cambridge". Kulturgüter und die Naturschönheiten der Insel sollten hervorgehoben werden, schön und gut. Auch Maria Falcone, die Schwester des von der Cosa Nostra ermordeten Richters Giovanni Falcone ist zu Recht entrüstet: "Facciamo tanto - afferma la sorella del giudice ucciso da Cosa Nostra - per combattere la mafia ed offrire un’immagine diversa di Palermo e della Sicilia, e poi ci troviamo a commentare queste notizie. Il paradosso è che ogni anno migliaia di bambini e di ragazzi delle scuole superiori indossano le magliette prodotte dalla Fondazione Giovanni e Francesca Falcone che inneggiano all’antimafia e oggi ci ritroviamo nei negozi magliette che pubblicizzano la mafia come made in Italy. E’ un vero peccato. Nel nome del business, qualcuno, in pochi istanti, vanifica il lavoro di tanta gente che è impegnata da anni nel nome della legalità e della lotta alla mafia".
Trotz alledem ist mir bisher nicht untergekommen, dass sich irgendjemand in Italien genauso über den florierenden Devotionalien- und Memorabilien-Handel um die Person des Ex-Diktators und Duce Benito Mussolinis aufgeregt hätte.


