In vino veritas

Weinkeller in Italien, Eichenfässer

Weintrinker in Italien, in Europa und dem Rest der Welt, werden sich in wenigen Monaten, wenn die neue EU-Richtlinie in Kraft tritt, darauf einstellen müssen, dass der "Fortschritt" im Weinbau nicht aufzuhalten ist. Künstlich gealterte Weine aus der "Neuen Welt", überschwemmen seit Jahren den europäischen Markt. Egal ob aus Kaliforniens Nappa-Valley, Südafrika, Chile oder Australien. Holzspäne, sogenannte Chips, werden in Zukunft auch hier erlaubt sein, um dem Wein den gewünschten Barrique-Geschmack zu verleihen und so dem Verbraucher vorzugaukeln, der Alterungsprozess, sei im traditionellen Eichenfass erfolgt. Das klammheimliche Einknicken der EU, vor der Übermacht vor allem der USA, schön versteckt hinter der Welthandelsorganisation WTO und deren vorgeschobenen Interessen, den Welthandel zu erleichtern, bzw. zu liberalisieren, wird ein weiteres mal ad absurdum geführt, der Dumme ist der Verbraucher. Den einzelnen EU-Mitgliedstaaten bleibt nur noch die die Möglichkeit, diese Massnahme durch eigene Verschlimmbesserungen abzumildern. So hat beispielsweise die italienische Regierung angekündigt, sie werde den Einsatz von Eichenholz-chips, nur für die (billigen) Tafelweine erlauben. Doch wird es so sein, dass diese Tafelweine nicht besonders gekennzeichnet werden müssen und es wird verboten, auf dem Etikett zu behaupten, der Wein sei im im Holzfass gereift - gelagert worden, wenn Holzchips benutzt wurden. Die (meistens besseren) DOC-Weine, sollen so vor diesen Holzchips bewahrt werden. Anscheinend ist eben alles eine Frage der Etikettierung. Auch klar, dass damit dem Etikettenschwindel Tür und Tor weiter geöffnet werden.

Leave a Reply