La notte di San Giovanni - Johannisnacht
In diesen ersten Sommertagen leben alte Gewohnheiten auf. Riten, Volksbräuche, Sonnenwendfeiern "celebrazioni solstiziali", Italien ist noch immer reich daran. Das ganze gipfelt in der Johannisnacht, "la notte di San Giovanni". Einem alten Volksglauben nach, vermählt sich in der Johannisnacht (der Nacht vom 23. auf den 24. Juni), die Sonne (Feuer) mit dem Mond (Wasser). Daher rührt auch der Brauch zur Sommersonnenwende gigantische Scheiterhaufen anzuzünden, sogenannte Falò, sie brennen die ganze Nacht durch und werden erst vom Tau des Tages "rugiada", gelöscht. Schon immer war es üblich altes Zeugs in diese Feuer zu werfen. Der Rauch der davongetragen wird, soll gleichzeitig böse Geister und Hexen vertreiben, die sich sonst in dieser Nacht zusammenrotten und zwecks Kräutersuche über Land ziehen. Wenn wir schon bei den Kräutern sind, Eisenkraut (verbana) ins Johannisfeuer geworfen, soll das Unglück fernhalten. Andere Kräuter mit Zauberkraft, gesund bis zum geht nicht mehr, die in dieser Zeit zum Einsatz kommen sind: das Johanniskraut (iperico), der Beifuss (artemisia), rote Johannisbeeren (ribes rosso), der Lavendel (lavanda), der Weissdorn (bianco spino), der Erdbeerbaum (corbezzolo) auf dem aber keine Erdbeeren wachsen! und der Rosmarin (rosmarino). Aus einigen dieser Kräuter hatten die Alteingesessenen das Johanniswasser angesetzt, welches vor Krankheiten schützen sollte und wohl eines der ersten praktisch kostenlosen Schönheitswasser war. Wenn eine junge Frau in die Zukunft schauen wollte und neugierig auf ihr späteres Eheglück war, genügte es ein Ei aufzuschlagen, das Eiweiss in ein Wasserglas zu geben und es über Nacht vors Fenster zu stellen, Tags darauf wurde daraus die Zukunft gelesen. Auch die Hühner kamen nicht zu kurz, Trauben mit Johanniswasser "geweiht" und an sie verfüttert, sollten sie von den Weinbergen fernhalten. Etwas mühsam, Kneipp lässt grüssen, ein früher weitverbreiteter Brauch an der Riviera adriatica und im sonstigen Italien: zur Vorbeugung vor Rheuma, wurde am 24. Juni im Morgengrauen, bei Sonnenaufgang aufgestanden und im Meer gebadet. Salute Mat


