Mussolini forever?

Benito Mussolini

Kleiner Denkanstoss kurz vor der Abfahrt in meinen Urlaub, eine Kochschürze mit dem martialisch dreinblickenden Benito Mussolini und der Aufschrift "Statista, 1883-19945" gefunden an einem Souvenirstand lungomare Rimini. Weil es so schön zum Thema mit den nämlichen Mafia-T-shirts aus Sizilien passt, die Preisfrage: Müssen, besser sollten sich die Italiener ob dieser endlosen, gedankenlosen Mussolini-Anhimmelei etwas schämen oder vorei sapere che cosa pensano i Italiani, il fatto che esistano queste stupidagini è una vergogna o no per l’Italia? Damit auch ja keiner auf die Idee kommt, die deutsche Art der sogenannten "Vergangenheitsbewältigung" sei etwas besseres.

7 Responses to “Mussolini forever?”

  1. therealmm Says:

    ich als italiener finde es eine regelrechte SCHANDE. italien weiss nicht wie man vergangenheitsbewältigung buchstabiert. die deutschen haben das viel besser im griff. siehe auch all die neofaschisten im parlament und die regelmässigen fascho-aussagen seiner pin-up-girl-enkelin alessandra.

  2. Thomas Says:

    Ich habe gestern erst auf 3Sat einen Bericht darüber gesehen, dass in italienischen Historikerkreisen gerade ein Umdenken im Umgang mit dem Fachismus einsetzt. Die Innocentisti scheinen langsam aber sicher deutlichen Widerspruch zu erhalten. Hier mal ein Link dazu: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/95166/index.html

    Die Aufarbeitung der eigenen faschistischen Periode muss ja nicht bis zur Selbstkasteiung gehen, aber eine Verherrlichung - oder auch nur Verniedlichung - ohne diese Zeit zu hinterfragen, ist noch weniger richtig.

  3. Elsa Says:

    Mmja. Aufarbeiten ist sowieso korrekter. Andererseits, sie haben ihn schön kopfunter aufgehängt und haben sie ihm nicht sogar die Eier abgeschnitten dabei oder vorher?
    Das haben wir ja mit Hitler nicht hingebracht.
    Von daher …

  4. Ronya Says:

    Durch meinen Beruf bin ich doch in verschiedenen Teilen Europas unterwegs, so auch (immer wieder) in Italien - dazu kurz mein Eindruck.

    Nein, es ist keine Schande und eine Aufarbeitung ist nicht vonnöten !
    Aufarbeiten und schämen geht nur, wenn man sich von etwas distanziert. Der Faschismus aber, ist nicht nur toleriert, sondern tief in den Köpfen und Herzen eine Großteils der italienischen Bevölkerung verwurzelt. Als wesentlicher Teil des Nationalstolzes wird der starke Mann verehrt und von vielen ’seine Zeit’ als die ‘bessere Zeit’ angesehen, da man in der Welt noch mehr Beachtung fand, als unter einem Medienzar oder seinem blassen Nachfolger.
    Also sollte man sich daran gewöhnen, das es einfach zur italienischen Lebensart dazugehört, wie Familie, schönes Leben, Essen und Wein, Sonne und Strand, Mafia und Fussball.

    Ein kleiner Hinweis aber an die männlichen Bevölkerungsteile - bitte lasst das mit den Tätowierungen (sowohl Bild als auch Schriftzug), das wirkt selbst bei athletischen Körpern auf uns Frauen eher abtörnend. ;-)

  5. Ronya Says:

    @Elsa
    Nur weil ihr Deutschen zu blöd wart, Euren Feldherrn Nr.1 auch nach mehreren vergeblichen Versuchen unter die Erde zu bringen, heisst das nicht, daß die erfolgreicheren italienischen Widerstandskämpfer damit die Bevölkerung vom Nachdenken befreit haben oder ? (Das zeigt erstmal nur, daß die Italiener besser treffen - sowohl mit Gewehr als auch mit dem Ball. :-) )
    Da solltest Du also mal Deine rosarote Brille absetzen.

    Er wurde erschossen, dann die Leiche geschändet und aufgehängt…wenn Du auf sowas stehst, bitte schön - für mich ist Leichenschändung an wem auch immer unterste Schublade.

    Hier gehts aber nicht um die Vorkommnisse von 1945, sondern um die Einstellung im Jahr 2006 und da muß man sagen (und das habe ich aus zahlreichen Gesprächen mitgenommen) ist aus einer am Ende gehassten Person doch teilweise wieder ein Leitbild geworden.
    Und kurioserweise verständlich, wenn man sich die letzte Zeit anschaut.
    An welchen ‘großen’ Italiener der letzten 100 Jahre (abgesehen von Ferrari) erinnert man sich sonst schon irgendwo ausserhalb Europas ? Der Faschismus war nunmal ein italienischer Politik-Exportschlager. Ausserdem wird gerade in Zeiten in denen es drunter und drüber geht und man von Weicheiern gesteuert wird, nach einem starken Mann gerufen der eine Richtung vorgibt und mit der Faust auf dem Tisch Entscheidungen trifft - das ist aber kein alleiniges italienisches Phänomen, sondern länderübergreifend.

  6. Elsa Says:

    @ronya: Ach bitte erklär mir die doch die Welt, ich hab ja seit ‘45 nicht mehr viel mitbekommen :)

  7. Giorgia Says:

    Io penso che la cosa più importante sia che in Italia oggi ognuno possa esprimere il proprio pensiero, naturalmente senza limitare la libertà altrui. Mussolini è ormai un fenomeno del passato, anche se per alcuni militanti di destra può essere ancora un mito. Direi che ormai è per la maggior parte della popolazione ridotto a un fenomeno di folclore, e il fatto che la sua immagine si venda nelle bancarelle ne è una dimostrazione (a Predappio c’è un “fiorente” mercato di stupidissimi gadget, ad esempio).
    ciao (spero abbiate capito tutto in italiano!)
    g.

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