…oder Italia contra la Germania. Die Pizza ist im Ofen (kein Boykott), das Gullasch schmort vor sich hin, unsere Freunde sind unterwegs hierher, das Weizenbier ist kaltgestellt, der gute San Giovese steht auf dem Tisch und die Fußballfieberkurve steigt und steigt. Zwei Welten streiten sich in meiner Brust, ich verkneife mir mal ein Forza Azzurri und auch ein Viva Italia und lasse es beim alten Spruch: Möge die bessere Mannschaft gewinnen!
Speziell für die ewig nörgelnden Kritiker der Squadra Azzurra, ein Fernsehreporter aus China der sich bei der Elfmeter-Szene der italienischen Nationalelf vor Begeisterung fast überschlägt
"E’ entrato nell’area di rigore. Passa a Iaquinta! È rigore! È rigore! È rigore! Grosso è grande! Grosso è grande! Non hanno più chance gli australiani!! E’ davvero un gran terzino. Lui è un vero italiano, ha il vero spirito da italiano.Grosso ora rappresenta tutta l’Italia. Non combatte da solo, mai da solo! Tutta l’Italia è con lui! Ora tocca a Totti tirare il rigore. Tutti i tifosi italiani lo guardano. Totti sa benissimo che Schwarzer nei playoff ha già parato 2 volte i calci di rigore e Totti riesce anche a sorridere. Che reazione avrà subito dopo Totti? È Goal!! La partita è finita! L’italia ha vinto la partita, eliminando l’australia. questa volta l’Italia non ha perso la partita contro una squadra guidata da Hidink. L’Italia è grande! L’Italia è grande. Oggi è il compleanno di Maldini, un grande terzino anche lui, fra i migliori del mondo. Auguri Maldini Grande Italia! viva l’Italia!!"
Spiegel Online, im speziellen Achim Achilles, wartete gestern mit einem regelrecht anti-italienischen Artikel "Eingeölt und angeschmiert" auf. Die italienische Nationalmannschaft hat sicherlich kein berauschendes Spiel gegen Australien geboten und ein Francesco Totti wie er nach seinem Elfmeter am Daumen nuckelt, gibt kein Idealbild eines Italo-Lovers ab. Die Azzurri wurden als "erschöpfte Strandfußballer an der Adria" beschrieben und dem Italien- und Fußballexperten vom Spiegel nach, ist auch klar "nur bis zum Halbfinale kann diese Schlawiner-Taktik gutgehen". Knüppelhart, wirklich mehr als die Vorurteile der untersten Schublade bedienend, ging es in diesem Artikel weiter. Der italienische Mann im besonderen und im allgemeinen (im Spiegel-Artikel vertreten durch einen imaginären Luigi Forello) wurde als faul, Muttersöhnchen und parasitäre Lebensform, beschrieben. Die Zeitungsleser und Fernsehzuschauer in Italien reiben sich die Augen, von der Presse über RaiUno, wird an fast schon vergessen geglaubte Zeiten erinnert. Zwischenzeitlich wurde der Artikel entschärft, die Worte "parasitäre Lebensform" wurden entfernt und seit heute Morgen ist der Artikel wohl ganz von der Webseite des Spiegel verschwunden. Lesenswert, zwei der Artikel die ich in der italienischen Presselandschaft aufgestöbert habe, zum einen der Artikel des Corriere della Sera und die Meinung von Repubblica dazu. Achilles wiederum täte es sicherlich gut, sich beispielsweise den Artikel von Angelo Bolaffi durchzulesen in dem es heißt: "Die Deutschen ihrerseits lieben Italien so sehr, dass sie das Land am liebsten von ihren Bewohnern "befreien" möchten. Sie bewundern alles an diesem "bel paese", dem wunderschönen Land: die Küche, das Klima, die Kunst und die Gutherzigkeit. Die gebräuchlichsten italienischen Worte in Deutschland sind diejenigen, die auf die geschätzte Leichtigkeit des Seins anspielen: Pizza, dolce far niente, bel canto – aber sicher nicht seine Bewohner. Dies jedoch unter Vorbehalt, denn heimlich und mit ein wenig Neid schätzen Deutsche an den Italienern die berühmte Anpassungsfähigkeit an die Gefahren des Lebens. Vielleicht ist es übertrieben wie der deutsche Philosoph Karl Loewith, der Italien sehr gut gekannt hat, zu behaupten: "Der Deutsche ist pedantisch und intolerant, weil er alle Dinge nach Prinzipien beurteilt, und diese vom Menschen trennt. Der Italiener (…) ist immer menschlich, weil er einen natürlichen Sinn für die menschlichen Schwächen hat. Er ist im Grunde ein Skeptiker, der die Dinge des Lebens nicht wichtiger beurteilt, als sie sind."
As a German expat living in Italy, I have to admit that I have patriotic feelings not only for Germany, but for Italy as well. In case you are looking for a very special ringtone for your mobile phone, you can download Italy’s anthem as an mp3-file. There is also a slower version available. Goffredo Mameli wrote the text for Italy’s national anthem Fratelli d’Italia, whereas the music originates from Michele Novaro. You might want to read the text of this song in full (there is also an English translation) or you could visit this very nice website titled "L’inno nazionale", where you find all about Italy’s national anthem "Il canto degli Italiani" made available by the Palazzo del Quirinale, the residence of the Italian president.
Vittorio Emmanuele, der Sohn des letzten italienischen Königs, ist am letzten Freitag verhaftet worden und sitzt im Knast. Seither, kommt die Staatsanwaltschaft von Potenza und ganz Italien nicht mehr aus dem Staunen heraus. Dem Prinzen werden Korruption, Fälschung, Ausbeutung von Prostituierten und dergleichen mehr vorgeworfen. Mit ihm wurden fast ein Dutzend Personen verhaftet, weitere stehen unter Hausarrest. Darunter Personen wie Roberto Salmoiraghi der Bürgermeister von Campione d’Italia, der italienischen Enklave am Luganersee oder Salvo Sottile der Sprecher von Gianfranco Fini, dem letzten Aussenminister und Vize-Premierminister unter der Regierung Berlusconi. Sottile wurde gerade wegen seiner Kontakte zu einem in Italien bekannten Showgirl, Elisabetta Gregoraci vernommen, die pikannterweise die Verlobte von Flavio Briatore ist. Der Vorwurf an ihn lautet, Amtsmissbrauch, Erpressung sexueller Gefälligkeiten und das ganze direkt in der Farnesina, dem Außenministerium. Natürlich streitet er alles ab und die Gregoraci behauptet, sie sei zum Sex gezwungen worden. So weit so gut. Eine der Damen aus dem Rotlichtmillieu, in welches sich der Prinz hingegen des öfteren verirrte, gab auf die Frage nach dem Klingelton des Handy des Prinzen zu Protokoll >Die Nationalhymne, kaum zu glauben<. Eben ein wahrer Patriot. Ci siamo in Italia!
In diesen ersten Sommertagen leben alte Gewohnheiten auf. Riten, Volksbräuche, Sonnenwendfeiern "celebrazioni solstiziali", Italien ist noch immer reich daran. Das ganze gipfelt in der Johannisnacht, "la notte di San Giovanni". Einem alten Volksglauben nach, vermählt sich in der Johannisnacht (der Nacht vom 23. auf den 24. Juni), die Sonne (Feuer) mit dem Mond (Wasser). Daher rührt auch der Brauch zur Sommersonnenwende gigantische Scheiterhaufen anzuzünden, sogenannte Falò, sie brennen die ganze Nacht durch und werden erst vom Tau des Tages "rugiada", gelöscht. Schon immer war es üblich altes Zeugs in diese Feuer zu werfen. Der Rauch der davongetragen wird, soll gleichzeitig böse Geister und Hexen vertreiben, die sich sonst in dieser Nacht zusammenrotten und zwecks Kräutersuche über Land ziehen. Wenn wir schon bei den Kräutern sind, Eisenkraut (verbana) ins Johannisfeuer geworfen, soll das Unglück fernhalten. Andere Kräuter mit Zauberkraft, gesund bis zum geht nicht mehr, die in dieser Zeit zum Einsatz kommen sind: das Johanniskraut (iperico), der Beifuss (artemisia), rote Johannisbeeren (ribes rosso), der Lavendel (lavanda), der Weissdorn (bianco spino), der Erdbeerbaum (corbezzolo) auf dem aber keine Erdbeeren wachsen! und der Rosmarin (rosmarino). Aus einigen dieser Kräuter hatten die Alteingesessenen das Johanniswasser angesetzt, welches vor Krankheiten schützen sollte und wohl eines der ersten praktisch kostenlosen Schönheitswasser war. Wenn eine junge Frau in die Zukunft schauen wollte und neugierig auf ihr späteres Eheglück war, genügte es ein Ei aufzuschlagen, das Eiweiss in ein Wasserglas zu geben und es über Nacht vors Fenster zu stellen, Tags darauf wurde daraus die Zukunft gelesen. Auch die Hühner kamen nicht zu kurz, Trauben mit Johanniswasser "geweiht" und an sie verfüttert, sollten sie von den Weinbergen fernhalten. Etwas mühsam, Kneipp lässt grüssen, ein früher weitverbreiteter Brauch an der Riviera adriatica und im sonstigen Italien: zur Vorbeugung vor Rheuma, wurde am 24. Juni im Morgengrauen, bei Sonnenaufgang aufgestanden und im Meer gebadet. Salute Mat
Die Zeitung "Die Welt", bespricht im Kulturteil ihrer heutigen Ausgabe, unter dem launigen Titel «Der lange Sommer Raffaels», die Ausstellung Raffaello - da Firenze a Roma, die vor allem den Arbeiten des Künstlers in den Jahren 1505 bis 1508 gewidmet ist. Die Aussstellung in der Galleria Borghese in Rom, ist noch bis zum 27. August täglich von 9-19Uhr (ausser Montags) geöffnet. Vorbestellungen sind wegen des grossen Besucherandrangs obligatorisch (Telefon +39 (0)6.32810 oder übers Internet www.ticketeria.it). Wem es diesen Sommer zu heiss sein sollte um in Rom die Villa Borghese zu besuchen, kann sich die einmalige Austellung auch virtuell anschauen. Einige der wichtigsten Arbeiten, des am 6. April 1483 in Urbino geborenen Künstlers Raffaelo Santi (gestorben in Rom am 6. April 1520), sind in seinem Geburtshaus zu bewundern, wenngleich da auch einige Kopien hängen. Auf jeden Fall gibt es mehere Gründe, mal wieder nach Italien zu fahren.
Wie die Nachrichtenagentur ANSA heute berichtete, liegt Italien bei den landestypischen Produkten in der Europäischen Union an erster Stelle. Die Aufstellung ist interessant. Von 711 Produkten, gnädigerweise von der Europa-Bürokratie in Brüssel abgesegnet, kommen 155 aus Italien (was einem Anteil von 21,8% entspricht). Damit jeder sieht wo die Schlemmer zu Hause sind, die meisten für eine Region typischen Produkte stammen aus der Emilia-Romagna, gefolgt vom Veneto, der Lombardei, der Toskana, Sizilien, dem Piemont, Lazio, der Campagna, Apulien, und Kalabrien. Weiter geht es mit dem Trentin (Südtirol), den Marken, Umbrien, Valle d’Aosta, Molise, Sardinien, Friaul-Julisch Venetien, der Basilicata und an letzter Stelle Ligurien.
Das internationale Keramikmuseum in Faenza, erweitert sein Programm um drei neue permanente Ausstellungen, die ab dem 16. Juni dem Publikum präsentiert werden. Die Dauerausstellungen sind der Geschichte der Keramik und ihrer Herstellung in den letzten einhundert Jahren gewidmet, aufgeteilt in die Keramik aus Faenza, aus Italien und aus dem restlichen Europa. Der erste Abschnitt bietet mit fast 160 verschiedenen Arbeiten, einen Überblick über die Keramikherstellung in Faenza. Im zweiten Abschnitt, haben Besucher die Gelegenheit, knapp 180 Keramiken des 20. Jahrhunderts aus ganz Italien, zu bewundern. Ein Highlight dürfte der dritte Abschnitt sein, gewidmet der Keramik europäischer Provinienz. Gezeigt wird die einmalige Art Nouveau-Sammlung des Keramikmuseums Faenza, bestehend aus 120 Keramiken. Darunter sind wunderschöne Einzelstücke von Villeroy & Boche, Fernand Leger, Henry Matisse, Marc Chagall und Schenkungen ans Museum von Pablo Picasso.