Romano Prodi, Frohe Ostern 2006

Romano Prodi beim Zeitungskauf

Romano Prodi ist nicht zu beneiden. Den knappen Wahlsieg in der Tasche, sieht er sich jetzt neuen Vorwürfen aus der rechten Ecke ausgesetzt. Diese werden ausgerechnet von Roberto Calderoli, dem ehemaligen Minister für Reformen unter Berlusconi, vorgebracht. Erinnern wir uns, dieser Kotzbrocken, war am 18. Februar diesen Jahres wegen seiner anti-islamischen Äusfälle, nach seinem TV-Auftritt in einem T-shirt mit Mohammed-Karikaturen und nachdem dadurch verursacht, bei anti-italienischen Protesten in Bengasi/Lybien, elf Demonstranten erschossen worden waren, zurückgetreten. Logisch, daß sich dieses ehrenwerte Mitglied der Lega-Nord, zürückmeldet und lautstark in allen italienischen Zeitungen moniert, die Union um Romano Prodi, habe mehr als 45.000 Stimmen der Lega Alleanza Lombarda, zu Unrecht zuerkannt bekommen. Diese hatte sich nur im Wahlbezirk Lombardia 2, nicht in der ganzen Lombardei oder gar ganz Italien, zur Wahl gestellt, was mit ziemlicher Sicherheit auch nach der letzten Änderung des Wahlgesetzes (den Original-Text lesen Sie hier), dessen Reglement entspriciht. Auf jeden Fall, so Calderoli, sei Casa della Liberta (CDL Berlusconi), mit 20.000 Stimmen im Vorteil. Keine Ahnung wie dieses Scharmützel endet, wahrscheinlich wird die ganze Geschichte vor dem Kassationsgericht landen. Zumindest scheint es, daß Romano Prodi sich seine gute Laune wie hier beim Zeitungholen nicht vermiesen läßt. Gegenüber Journalisten vor seiner Haustüre, in Bologna, gab der Professor diesen Kommentar des Tages zu Protokoll: «Nessuno seriamente, né dei costituzionalisti né dei giuristi, ha nemmeno preso in considerazione la cosa. Di fronte a questo la Pasqua diventa ancora più bella. Ci hanno provato, ci hanno provato, ci hanno provato e quindi va bene: più lungo è il tormentone, più bella è la vittoria».

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